Ich halte Workshops und Seminare zu:

  • kognitiven Kommunikationsstörungen
  • Sprache und Exekutivfunktionen
  • Störungen der Text- und Diskursverarbeitung (Diagnostik mit MAKRO)
  • pragmatisch-kommunikativen Diagnostik- und Therapieansätzen

Bei Interesse an einer Fortbildung oder einem Workshop kontaktieren Sie mich bitte über das Kontaktformular.

Seminarangebot




Symptomatik und Diagnostik von kognitiven Sprach- und Kommunikationsstörungen

Kognitive Sprach- und Kommunikationsstörungen sind in unterschiedlicher Ausprägung eine häufige Folge von neurologischen Erkrankungen. Sie können als Folge eines Schädel-Hirn-Traumas, einer frontalen oder rechtshemisphärischen Läsionen oder bei neurodegenerativen Erkrankungen auftreten. Leitsymptome sind Störungen in sprachpragmatischen Fähigkeiten oder Störungen im Verarbeiten von komplexer Sprache (Diskurs- und Textverarbeitung). Sie beeinflussen die Teilhabe im Alltag und die Rückkehr ins Berufsleben. Im anglo-amerikanischen Raum sind diese bereits als „cognitive communication disorder“ (ASHA) etabliert. Im deutschsprachigen Raum sind diagnostische und therapeutische Möglichkeiten deutlich weniger bekannt. Im Seminar wird ein Überblick über unterschiedliche Formen kognitiver Kommunikationsstörungen gegeben. Es wird auch auf verschiedene Modelle zum Arbeitsgedächtnis und zu exekutiven Funktionen eingegangen, die in Wechselwirkung mit sprachpragmatischen Fähigkeiten stehen können. Die Diagnostik kognitiver Kommunikationsstörungen bildet den Schwerpunkt des Workshops. Dabei werden verschiedene Screening- und Testverfahren aus folgenden Bereichen vorgestellt:
  • Interviews/ strukturierte Anamnese
  • Dialogbeobachtung
  • Fragebögen/ Checklisten
  • Kommunikationstests/ mehrteilige Testverfahren
  • Beurteilung semantischer/ lexikalischer Fähigkeiten
  • Text- und Diskursebene
Im Workshop wird vertieft auf die Durchführung und Auswertung der Text- und Diskursdiagnostik mit dem Screening MAKRO (Büttner 2014) anhand von Patientenbeispielen eingegangen. MAKRO ermöglicht das systematische Erfassen von makrostrukturellen Fähigkeiten bei gestörten Exekutivfunktionen und bietet Implikationen für individuelle Therapieansätze.




Therapie pragmatisch-kommunikativer Störungen im Erwachsenenalter

Pragmatische Fähigkeiten können bei neurologischen Erkrankungen herausragend gestört sein (z.B. nach frontalen oder rechtshemisphärischen Läsionen), aber auch sekundär auftreten. So kann zwar das Wissen um die pragmatische Verwendung von Sprache erhalten, trotzdem können die sozio-kommunikativen Fähigkeiten als Folge einer Störung des Sprachsystems (z.B. bei Aphasien) die Partizipation im Alltag massiv einschränken. Pragmatische Störungen betreffen das Diskurs-verhalten, das Verstehen und Produzieren von Sprechakten und das Verarbeiten von nicht-wörtlicher und figurativer Sprache. Sie können sich auch auf das Verarbeiten von Prosodie beziehen und zusätzlich das Verstehen und den Einsatz von Mimik und Gestik erschweren.

Im Seminar werden etablierte und neu entwickelte Therapieansätze für eine pragmatisch ausgerichtete Therapie vorgestellt (z.B. Skripttraining, modifizierter PACE Ansatz, Gestentraining, Conversational Coaching, makrostrukturelles Training, Metapherntraining, biografisch-narrativer Ansatz, soziales Kommunikationstraining bei SHT, Angehörigentraining bei neurokognitiven
Störungen, evidenzbasierte Instruktionstechniken).
In praktischen Übungen und Fallbeispielen werden diese Ansätze besprochen und pragmatisch ausgerichteten Therapiebausteine (z.B. Kommunikationsverhalten/ Gesprächsführung; Textverarbeitung/ Textverständnis) zugeordnet.




Exekutivfunktionen in der Sprachtherapie


Teil 1: Exekutivfunktionen in der Sprachtherapie: Diagnostik mit MEC, MAKRO & Co.


Teil 2: Exekutivfunktionen in der Sprachtherapie: Therapie von pragmatischen Störungen und Textstörungen


Kognitive Sprach- und Kommunikationsstörungen (KoKos) sind in unterschiedlicher Ausprägung eine häufige Folge von neurologischen Erkrankungen. Sie können als Folge eines Schädel-Hirn-Traumas, einer frontalen oder rechtshemisphärischen Läsionen oder bei neurodegenerativen Erkrankungen auftreten. Eine besondere Rolle im Komplex der KoKos nehmen Kommunikationsstörungen bei Störungen der Exekutivfunktionen ein. Im Seminar wird ein Überblick über die unterschiedlichen Konzepte kognitiver Kommunikationsstörungen gegeben. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Funktionen des Arbeitsgedächtnis und exekutiver Funktionen und ihren Nutzen für die diagnostische Einordnung der KoKos und die Therapieplanung.

Im Seminar werden vor allem die Diagnostikverfahren MAKRO und MEC vorgestellt. MAKRO ermöglicht das Erkennen von Störungen des Textverstehens und der Textproduktion bei Exekutivstörungen. Mit dem MEC-Testverfahren kann das Verstehen von bildhafter Sprache, emotionaler und linguistischer Prosodie sowie diskursive Fähigkeiten diagnostiziert werden. Mit diesen beiden Testverfahren können kognitiv-pragmatische Störungen systematisch festgestellt werden, die mit den klassischen Abklärungsverfahren nicht erfasst werden. Dadurch kann die Therapie gezielter ausgerichtet und die Beratung der Bezugspersonen effektiver gestaltet werden. Ergänzt wird der Diagnostikteil durch Fragebögen (z.B. La Trobe Communication Questionnaire) und Checklisten zum Gesprächsverhalten. Zusätzlich wird anhand von Patientenbeispielen die Auswertung der Verfahren besprochen.

Im zweiten Teil des Seminar werden etablierte und neu entwickelte Therapieansätze für eine kognitiv-pragmatisch ausgerichtete Therapie vorgestellt (z.B. makrostrukturelles Training, Metapherntraining, biografisch-narrativer Ansatz, soziales Kommunikationstraining bei SHT, evidenzbasierte Instruktionstechniken). In praktischen Übungen und Fallbeispielen werden diese Ansätze besprochen und pragmatisch ausgerichteten Therapiebausteine (z.B. Kommunikationsverhalten/ Gesprächsführung; Textverarbeitung/ Textverständnis) zugeordnet.

Im Seminar können gerne eigene Praxisbeispiele thematisiert werden (bitte im Vorfeld per Mail mit der Dozentin Kontakt aufnehmen).



Literatur:
Achhammer, Bettina; Büttner, Julia; Sallat, Stepjan; Spreer, Markus (2016): Pragmatische Störungen im Kindes-und Erwachsenenalter. Forum Logopädie. Stuttgart: Thieme Verlag.

Büttner  J. (2014a): Kognitive Sprach- und Kommunikationsstörungen –Diagnostik und Therapieimplikationen anhand des Screeningverfahrens MAKRO. Aphasie und verwandte Gebiete (Aphasie et domaines associés) 2, S. 3-13.
Download unter: http://www.aphasie.org/pdfs--de/3-
fachpersonen/3.1-fachzeitschriften/fachzeitschrift-no2-2014/art.-buettner-julia.pdf

Büttner, Julia (2014b): Sprache und Kognition. Diskurspragmatik und Textverarbeitung bei Exekutivstörungen. Reihe Neurokognition (Hrsg. H.M. Müller). Tübingen: Stauffenburg.

Büttner, Julia (2016): Neurolinguistic View into Narrative Processing. In: N. Igl & S. Zeman (Eds.): Basic Principles of Narrativity: Perspectives and Perspectivization in Language, Picture, Music. (Linguistic Approaches
to Literature). Amsterdam – Philadelphia: Benjamins.


Büttner, Julia (2016): Kognitive Kommunikationsstörungen. Aktuelle Ansäze für Diagnostik und Therapie. Forum Logopädie 6 (30), S. 2-11.